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Studiengebühren in Holland geplant

Geschrieben von: Linda

Bummeln wird nun richtig teuer. Überziehen Studenten in Holland zukünftig ihre Regelstudienzeit, will die konservative Regierung sie zur Kasse bitten. Der akademische Betrieb kam Mitte Januar beinahe zum Erliegen. Studenten, Rektoren, ehemalige Bildungsminister und Unternehmenschefs protestierten gemeinsam gegen die Ankündigung der Regierung. Die Demonstranten sprachen sich gegen die Sparpläne der konservativen Regierung aus, die Langzeit-Studenten mit einer erhöhten Studiengebühr abstrafen und bei den Ausgaben für die Hochschulen gehörig sparen will. Rund 370 Millionen Euro will die Regierung ab 2012 sparen - und gleichzeitig eine neue Geld-Quelle anzapfen: 3000 Euro soll jeder Student zahlen der seine Regelstudienzeit um mehr als ein Jahr überzieht. Die Professoren gingen bei den Protesten mit, da auch die Hochschulen pro Langzeitstudent und Jahr je 3000 Euro zahlen sollen . Ein weiteres Privileg für Studenten wird auch wegfallen. Wer bislang eine Studienbeihilfe bekam, durfte die Bahn kostenlos nutzen, doch ab 2012 soll nun damit Schluss sein. Kritisiert wird vor allem, das nun alle Studenten in Holland über einen Kamm geschoren werden. Wer zum Beispiel ein Praktikum absolviert, wegen einer Krankheit das Studium unterbrechen muss, sich ehrenamtlich engagiert oder arbeiten gehen muss für die Finanzierung des Studiums, soll bezahlen wie alle anderen auch. Unter den holländischen Universitätsstudenten, die rund ein Drittel der niederländischen Hochschüler stellen, überschreitet beinahe jeder Fünfte die Regelstudienzeit. Nicht verschont von der Gebühr für Bummler bleiben auch die knapp 20000 deutschen Studenten in den Niederlanden ab kommenden Herbst, wenn sie länger für ihr Studium brauchen als die holländischen Politiker es sich wünschen. Im Parlament argumentierten die holländische Regierung damit, dass die Universitäten durch weniger Bürokratie und Zusammenarbeit viel Geld sparen könnten. Für den Ruf Hollands im Ausland könnte diese Entscheidung jedoch schädlich sein. Denn gerade ausländische Studenten und Mitarbeiter werden durch Kürzungen und die Gebühren für Langzeit-Studenten abgeschreckt.

 

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